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DRV-Chefin verteidigt staatlich geförderte Altersvorsorge

Die Riester-Rente kann sich lohnen: Das sagt nicht irgendwer, sondern die neue Chefin der Deutschen Rentenversicherung. Doch damit sich die staatlich geförderte Altersvorsorge tatsächlich lohnt, gilt es auf Details zu achten.

Seit Januar 2017 hat die Deutsche Rentenversicherung (DRV) eine neue Chefin. Nachdem der bisherige DRV-Chef Axel Reimann ausgeschieden ist, leitet jetzt die 52jährige Diplom-Volkswirtin Gundula Roßbach die Geschicke von Deutschlands Rentenkasse. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung hat Roßbach nun die Riester-Rente gegen Kritiker verteidigt.

„Wer richtig spart, den Vertrag nicht vorzeitig stilllegt, die Produkte genau miteinander vergleicht und einen kostengünstigen Anbieter findet, kann von der Riester-Rente profitieren“, sagt Roßbach dem Münchener Blatt. Und weiter: „Von der Förderung profitieren zu einem großen Teil Menschen mit unterdurchschnittlichen Einkommen. Über 60 Prozent der Zulagenempfänger haben ein Einkommen von unter 30.000 Euro brutto“. Das fände sie gar nicht schlecht.

Keine Panikmache vor Altersarmut

Roßbach verweist darauf, dass immer mehr Menschen brüchige Arbeitsbiographien haben. Das heißt sie müssen auch einmal Zeiten durchleben, in denen sie nur einen Niedriglohn bekommen oder gar keine Arbeit haben. Und das ist eine Gefahr für die späteren Rentenansprüche, wenn nicht genügend Entgeltpunkte in der Rentenversicherung angesammelt werden.

Umso wichtiger sei die zusätzliche Privatvorsorge. „Wir können fehlende oder nur geringe Beiträge nicht komplett ausgleichen“, sagt Roßbach. Auch ein höheres Rentenniveau sei für die Probleme dieser Risikogruppen „kein Allheilmittel“. Dennoch warnt Roßbach auch vor Panikmache bezüglich der gesetzlichen Rente. „Ich halte nichts von pauschalen Horrorszenarien“, so die Ökonomin. Auch zukünftig werde die gesetzliche Rente leistungsfähig sein.

Keine Riester-Förderung verschenken!

Damit sich die Riester-Rente aber tatsächlich lohnt, müssen alle Räder gut ineinandergreifen. Und das heißt auch: Keine Riester-Förderung verschenken!

Der Staat fördert die Riester-Altersvorsorge mit einer jährlichen Grundzulage von 154 Euro bzw. 308 Euro für verheiratete Paare. Eltern erhalten weitere 185 Euro je Kind. Für Kinder, die 2008 und später geboren wurden, gibt es sogar 300 Euro vom Staat für die Altersvorsorge obendrauf. Laut Zulagenstelle nutzen nur 60 Prozent der Bundesbürger die volle Förderung, teils aus Unwissenheit.

Darüber hinaus lohnt es sich auf die Kosten eines Vertrages zu achten, denn auch hier gibt es teils große Unterschiede zwischen den Anbietern. Mittlerweile kann man sich aus einer breiten Palette staatlich geförderter Altersvorsorge-Produkte entscheiden, von Fondssparplänen und Rentenversicherungen über Wohn-Riester bis hin zu Banksparplänen. Ein Beratungsgespräch klärt über die Vor- und Nachteile der einzelnen Vertragsarten auf.

 

René Schmidtke

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