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Berufsunfähigkeit: Die Rente nicht zu niedrig!

Die gute Nachricht: Die Deutschen sichern sich immer besser gegen Berufsunfähigkeit ab. So sind die durchschnittlich vereinbarten Jahresrenten in den letzten Jahren stetig gestiegen. Die schlechte: Noch immer sind die vereinbarten BU-Renten oft zu niedrig, um den Lebensstandard der Versicherten ausreichend abzusichern. Das geht aus aktuellen Branchenzahlen der Versicherungswirtschaft hervor.

Deutsche Verbraucher vereinbaren immer höhere Renten, um sich mit einer Berufsunfähigkeits-Police für den Fall abzusichern, dass es im Job nicht mehr weitergeht. Das zeigen aktuelle Zahlen, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Montag präsentierte.

Wiesen 2009 erst 35 Prozent der ausgewerteten Verträge eine Barrente von jährlich mehr als 10.000 Euro aus, so lag dieser Anteil 2018 bereits bei 49 Prozent, schreibt der GDV im Pressetext. „Die Zahlen unterstreichen das wachsende Bewusstsein der Menschen dafür, ihre Arbeitskraft abzusichern“, sagt GDV-Geschäftsführer Peter Schwark. Immerhin jeder vierte Arbeitnehmer werde im Verlauf seines Berufslebens mindestens einmal berufsunfähig – sei es durch eine schwere Krankheit oder Unfall. Im Schnitt schließen die Deutschen eine BU mit 28 Jahren ab.

Viele Renten noch immer zu wenig

Trotz dieses Trends zeigen die Zahlen auch, dass viele Versicherte noch immer zu niedrige Renten bei Berufsunfähigkeit vereinbart haben. Selbst eine Jahresrente von 10.000 Euro sichert den Betroffenen nur knapp 834 Euro im Monat zu: kaum mehr als Grundsicherungs-Niveau.

Hier sei daran erinnert, dass die private BU-Rente mit der Grundsicherung verrechnet wird, sollte ein Berufsunfähiger bzw. eine Berufsunfähige auf Sozialleistungen angewiesen sein. Entsprechend sollte eine Rente vereinbart werden, die deutlich darüber liegt. Experten empfehlen, mindestens 1.000 Euro pro Monat abzusichern.

Wie hoch die Rente gewählt wird, ist natürlich auch von der jeweiligen Lebenssituation, dem Beruf und den finanziellen Möglichkeiten des Versicherungsnehmers abhängig. Allein-Ernährer einer Familie sollten zum Beispiel eine höhere Summe vereinbaren, auch ein laufender Kredit kann ein Grund für einen höheren Schutz sein. Die Höhe sollte sich am jeweiligen Nettoeinkommen orientieren.

Etwas schwieriger ist es natürlich für Schüler, Studenten und Gründer, die finanziellen Kosten eines BU-Schutzes zu stemmen. Dabei ist es sinnvoll, sich zeitig zu versichern. Nicht nur werden viele Studenten zum Beispiel in eine günstige Berufsgruppe eingestuft. Sie haben in der Regel auch noch keinen Schutz über die gesetzliche Erwerbsminderungsrente erworben. Ein früher Abschluss lohnt sich auch, weil dann in der Regel noch keine Vorerkrankungen vorliegen. 

Für diese Zielgruppen kann zunächst eine geringere Summe vereinbart werden. Darauf geachtet werden sollte aber, dass dieser Schutz im Laufe des Lebens entsprechend angepasst und erhöht werden kann: zum Beispiel über Nachversicherungs-Garantien. Auch sollten Schüler und Studenten die Klauseln des Vertrages genau checken: etwa, ob eine extra Gesundheitsprüfung erforderlich wird, wenn ein vollwertiger Beruf ergriffen wird.

René Schmidtke

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